Relevante Punkte aus dem Innovationsprogramm Logistik 2030 für RAILsilience

Am 04.09.2019 stellte das BMVI (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur) das Innovationsprogramm Logistik 2030 vor.

Stream der Veranstaltung

Im Folgenden einige der im Hinblick auf unsere Umsetzungsideen besonders relevanten Punkte:

Schienengüterverkehr

Vision 2030
  • Multimodale Terminals ermöglichen die Bedienung bis zur „letzten Meile“ über die Schiene unabhängig von der Sendungsgröße.
  • Für kleinere Gütermengen werden insbesondere im Wagenladungsverkehr und auf der letzten Meile auch kleinere Transporteinheiten genutzt.
  • Weltweit setzt sich mit Hilfe digitaler Prozesse zunehmend die Organisation von anbieterunabhängigen Transporten durch und wird eine optimierte Auslastung von Transportfahrzeugen erreicht („Physical Internet“).
  • Weiter sollen Möglichkeiten der Verbesserung der Nutzung des Schienengüterverkehrs und des KV abseits der großen Ballungsräume und die Unterstützung der Etablierung des Physical Internets überprüft werden.
  • Für Gütertransporte ab 300 km ist sie ein wichtiges Transportmittel, und auch für kürzere Strecken bietet die Bahn dank innovativer Logistikkonzepte Transportlösungen an. Sie ist damit ein fester Bestandteil der elektromobilen Lieferkette.
  • Der Zugang zur Schiene ist auch für Unternehmen, die zuvor nicht auf die Bahn gesetzt haben, durch leicht nutzbare Plattformdienste und verbesserten Kundenservice vereinfacht worden.
Ziele für den SGV
  • Deutliche Steigerung des Marktanteils der Schiene!
  • Verbesserung der Wirtschaftlichkeit des Schienengüterverkehrs und Verbesserung der Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Schiene gegenüber der Straße!
  • Zielgerichteter Ausbau der Schieneninfrastruktur!
  • Erhöhung der Elektrifizierungsquote des Schienennetzes!
  • Steigerung der Digitalisierung und Automatisierung des Schienengüterverkehrs!
  • Verbesserung der Effizienz und Logistikfähigkeit von Schienentransporten!
  • Ausbau und Erhaltung von Gleisanschlüssen!
  • Erhöhung der Auslastung und Effektivität von Rangieranlagen!
  • Einführung der Digitalen Automatischen Kupplung europaweit!
  • Die Entwicklung innovativer Güterwagen und eines intelligenten Güterzuges voranbringen!
  • Forcierung einer zielgerichteten Eisenbahnforschung!
  • Beschleunigte Etablierung von Innovationen im Schienengüterverkehrsmarkt!
  • Akzeptanzsteigerung in der Bevölkerung durch Lärmvermeidung und Lärmminderung!
  • Weitere Verbesserung von Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit des Schienengüterverkehrs!
Umsetzungsschritte

1. Die im Masterplan Schienengüterverkehr vereinbarten Maßnahmen werden mit den notwendigen finanziellen Mitteln dauerhaft umgesetzt.

2. Das Bundesprogramm Zukunft Schienengüterverkehr wird mit den notwendigen finanziellen Mitteln ausgestattet und umgesetzt, um Innovationen im Schienengüterverkehr in den Bereichen Digitalisierung, Automatisierung und innovative Fahrzeugtechnik zu erproben und als Marktstandard zu etablieren.

3. Maßnahmen, die den Einzelwagenverkehr stärken, ausbauen und wirtschaftlich gestalten, werden entwickelt und umgesetzt.

4. ETCS in Verbindung mit Digitalen Stellwerken wird als europäisch einheitliche Leit- und Sicherungstechnik zur Schaffung einer digitalen Plattform, auf der weitere Innovationen, wie der automatisierte Bahnbetrieb und die Bereitstellung von Echtzeitinformationen, aufsetzen können, schrittweise eingeführt.

5. Es soll ein Testfeld für Digitalisierung und Automatisierung der Zugbildung im Schienengüterverkehr aufgebaut werden.

6. Das BMVI setzt das Bundesforschungsprogramm Schiene als strategischen „Forschungsfahrplan“ für den Schienenverkehr mit dem Deutschen Zentrum für Schienenverkehrsforschung als Ressortforschungseinrichtung des Bundes um.

7. Das BMVI erarbeitet ein Migrationskonzept zur europaweiten Einführung einer Digitalen Automatischen Kupplung und setzt dieses konsequent um.

8. Das Projekt intelligenter Güterzug soll auf vorhandenen Erkenntnissen aus dem Innovativer-Güterwagen-Projekt aufbauen und neben der modularen Bauweise zukünftiger Güterwagen auch die technischen und rechtlichen Grundlagen für die Digitalisierung und Automatisierung des Schienengüterverkehrs schaffen. Der intelligente Güterzug ist als Grundvoraussetzung mit einer Digitalen Automatischen Kupplung auszurüsten und soll die festgelegten Lärm- und Energiewerte des Innovativen Güterwagens nicht überschreiten. In diesem Projekt können auch Lösungsansätze für eine sichere, genaue und hochverfügbare Ortung von Einzelwagen entwickelt werden.

9. Das BMVI setzt sich dafür ein, dass die Mittel für die Schieneninfrastruktur dauerhaft erhöht werden: Der Bestandserhalt im Rahmen der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung wird durch Bund und DB weiter intensiviert. Zur Realisierung des Deutschland-Takts und für ein robustes Netz werden weitergehende Maßnahmen ergriffen.

10. Die Vorhaben aus dem Bundesverkehrswegeplan für die Bundesschienenwege werden konsequent umgesetzt, um ausreichend Kapazitäten für den Schienengüterverkehr sicherzustellen.

11. Das BMVI setzt sich für die Erarbeitung europaweiter Regeln und Standards für den sicheren automatisierten und digitalisierten Zugbetrieb ein.

12. Im Zielfahrplan für den Deutschland-Takt werden ausreichend Kapazitäten für den Schienengüterverkehr berücksichtigt. Gleichzeitig wird die Flexibilität für den Güterverkehr sichergestellt.

13. Das BMVI wird sich dafür einsetzen, dass auch für fahrzeugseitige Investitionen in ETCS eine Förderung geschaffen wird.

Letzte Meile

Vision 2030

Zudem sind in den Städten viele Transporte für die Bevölkerung „unsichtbar“ geworden, und es wurde eine Vielzahl neuer Liefermodelle entwickelt. So haben einige Städte in Kooperation mit der Wirtschaft unterirdische Rohrwege gebaut, in denen elektrisch angetriebene, autonom fahrende Kleinfahrzeuge Güter in die Innenstädte transportieren. In vielen Städten nimmt die Nachtlogistik auf der Straße einen wichtigen Stellenwert ein. Auch Schienenfahrzeuge und Bahnhöfe werden nachts und in verkehrsschwächeren Zeiten vielerorts für den Güterverkehr genutzt. Insbesondere in eher dünn besiedelten Regionen übernehmen Busse im ÖPNV auch den Transport von Waren.

Auch Konsumenten und in der Folge die Unternehmen legen großen Wert auf emissionsarme Lieferverkehre, transparente Angaben zum CO2 -Fußabdruck einer Lieferung sind zum Standard geworden.

Ziele
  • Verstärkte Einbindung des Schienengüter- und des Binnenschiffsverkehrs in die Güterversorgung im Nahbereich und Verknüpfung des Lieferverkehrs mit Schienenknoten und Häfen!
  • Nutzung von ÖPNV-Fahrzeugen und Bahnhöfen für den Güterverkehr!
  • Berücksichtigung der Bedarfe der multimodalen Logistik in der Raum- und Flächennutzungsplanung und Sicherung der dafür erforderlichen Flächen in den Plänen!
Umsetzungsschritte

Punkt 7. Das BMVI prüft im Rahmen der Umsetzung des Masterplans Schienengüterverkehr in einer Unterarbeitsgruppe mit Vertretern aus der Branche, wie künftig mehr Güter auf der Schiene in die Großstädte transportiert werden können, und ermittelt Pilotprojekte in Großstädten. Die Einbindung des Binnenschiffs in Pilotprojekte soll ebenfalls geprüft werden.

Punkt 8. Das BMVI setzt sich dafür ein, dass die Länder und Kommunen innovative Modellvorhaben umsetzen, z.B. zur Nutzung des ÖPNV, zur Nachtlogistik oder zur Nutzung unterirdischer Rohrwege zum Transport von Gütern.

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