Globale Klimapolitik und Klimaforschung

Das Dokument beschreibt Forschungsergebnisse und Statistiken der globalen THG-Emissionen, sowie Einschätzungen zu Erfolgen und Herausforderungen in der Klimapolitik, sowie die politischen Rahmenbedingungen auf globaler Ebene.

Weltweite Emissionen

Die jährlichen Emissionen weltweit betragen aktuell ca. 52 Gto CO2-e.

CO2-Äquivalente (CO2-e) sind eine Maßeinheit zur Vereinheitlichung der Klimawirkung der unterschiedlichen Treibhausgase. Neben dem wichtigsten durch menschliche Aktivität emittierten Treibhausgas Kohlendioxid (CO2 ) gibt es weitere Treibhausgase, die unterschiedlich starke Auswirkungen auf den Treibhauseffekt haben – beispielsweise Methan (CH4, 28-fach wirksam) oder Lachgas (N2O , 265-fach wirksam).

Einen Überblick über die Thematik bietet der englischsprachige Artikel:
https://ourworldindata.org/co2-and-other-greenhouse-gas-emissions

Erwärmung

Die Stärke der Klimaerwärmung hängt von der Menge der gobal emittierten Klimagase ab und ist durch die Konzentration in der Atmosphäre messbar (Einheit ppm = parts per million) .

Auf Basis umfangreicher Datensätze berechnen verschiedene Klimamodelle Szenarien der Erwärmung und kommen dabei zu verschiedenen Ergebnissen. Mit Hilfe von Wahrscheinlichkeitsberechnungen werden aus diesen Vorhersagen Risikofaktoren berechnet und werden als Grundlage der klimapolitischen Verhandlungen verwendet.

Erwärmungsszenarien mit verschiedenen Klimamodellen im Vergleich.
Quelle: Wikipedia

Globale Klimapolitik

Grundlage der globalen Klimapolitik ist eine Wahrscheinlichkeitsberechnung, nach der bei 450ppm CO2eq die durchschnittliche Erwärmung unter 2°C begrenzt wird mit einem Risiko zwischen 26 und 78% (je nach Berechnungsmodell).

Daraus ergeben sich Budgets für THG-Emissionen, die weltweit absolut noch ausgestoßen werden dürfen, um die Erwärmung auf 2°C zu begrenzen (mit einem Risiko von 26-78% das Ziel zu überschreiten)

Das Kyoto-Protokoll

Im Kyoto Protokoll wurden 1997 weltweite Reduktionen von THG-Emissionen teilnehmenden Staaten bis 2012 von -5,1% gegenüber 1990 festgehalten (das Protokoll wurde von den USA und Kanada nicht ratifiziert). Tatsächlich wurde das Ziel mit 11,8% Reduktion um 6,7% übererfüllt.

ABER: Die Statistik berücksichtigte „outgesourcte“ Emissionen nicht:

Durch die „verlängerte Werkbank“ der entwickelten Länder in die Entwicklungsländer – vor allem China – sind die Emissionen im großen Stil in andere Länder verlagert worden. Dies erklärt die Diskrepanz zwischen den Reduktionen der Kyoto-Parteien und dem signifikanten Anstieg globaler THG-Emissionen. (Studie: http://www.pnas.org/content/108/21/8903)

Das Nachfolgeabkommen „Doha Amendment“ (2012) – trat nicht in Kraft, weil es nicht von allen Staaten ratifiziert wurde.

Das Paris-Abkommen (2015)

In Paris einigten sich alle 195 Mitgliedsstaaten darauf die Erwärmung auf deutlich unter 2°C zu begrenzen und möglichst unter 1,5°C zu erreichen. Um die Erderwärmung unter diesen Zielen zu halten sind GHG-Budgets definiert, die in der verlängerten Phase auf konkrete Ziele heruntergebrochen wurden.

Das Abkommen tritt ab 2020 in Kraft und soll alle 5 Jahre überprüft werden. Der Kern des Abkommens besteht aus eingereichten Klimaplänen von Nationalstaaten (National Determined Contributions, NDC und i(ntended)NDC). Diese Summe dieser eingereichten Nationalpläne reicht bis dato aber nicht aus um das 2-Grad-Ziel zu erreichen und würde zu einer Erwärmung von 2,6 Grad führen. Diese berechnete Erwärmung setzt natürlich voraus, dass alle Ziele eingehalten werden. Durch einen Hebemechanismus sollen die Ziele überprüft und regelmäßig weiter ambitioniert werden.

CO2-Reduktionspfade
Quelle: https://www.carbonbrief.org

Zwei-Grad-Ziel

Mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 66 % wird die Erwärmung unter 2°C begrenzt und eine 50-%-Chance auf die Begrenzung unter 1,5 °C gewahrt.

Das IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) gibt das CO2-e Budget mit 1.000 Mrd. Tonnen (seit 2011) an, wenn die Erwärmung mit 66-prozentiger Wahrscheinlichkeit unterhalb von 2 °C gehalten werden soll. Wenn das Zwei-Grad-Ziel mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 50 % erreicht werden soll, dürfen im Zeitraum 2011 bis 2050 maximal zwischen 870 und 1.240 Gigatonnen (Mrd. Tonnen) Kohlenstoffdioxid freigesetzt werden.

Umwelt-Wirkungen der 2-Grad-Erwärmung

  • Gletscherschmelze (und dadurch Trinkwasser-Versorgungsprobleme)
  • Ozeanversauerung und Meeresspiegelanstieg
  • Korallenbleiche
  • Veränderung der Meeresströmungen
  • Die Auswirkungen verschiedener Kipppunkte in der Natur sind nur mit hoher Unsicherheit abschätzbar
  • Extreme Wetterereignisse (Dürre, Überschwemmungen, Wirbelstürme, Waldbrände, etc.)
  • Gesundheitliche Folgen für den Menschen durch Temperaturschwankungen
  • Umwelt-Flüchtlingsbewegungen werden zunehmen
  • Politische Sicherheitsrisiken
  • Volkswirtschaftliche Kosten durch Umweltschäden

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