Workshop: Business Models for future

Gestern fand in der Blogfabrik, Berlin der von Rafael Kugel und Kirsten Kohlhaw organisierte Workshop zum Thema „Business Models for future“ in Anlehnung an „Fridays for future“ statt. Neben zwei wertvollen Impulsvorträgen von Prof. Günter Faltin und Otto Herz ging es darum unter Anleitung von Helmut Ness mit Hilfe von Design Thinking Methoden Ideen für Lösungsansätze zu verschiedenen Bereichen vor dem Hintergrund der CO2-Reduktion zu entwickeln. Solche von der Teilnehmergruppe identifizierten Bereiche waren z.B. Reisen, Wohnen oder Energieeffizienz.

Lieber Rafael, liebe Kirsten, vielen Dank nochmal für den tollen Austausch und den interessanten Workshop gestern. Ich finde es lobenswert, dass ihr aktiv geworden seid und Menschen zusammengebracht habt, die sich mit dem Thema beschäftigen.

Einen Aspekt möchte ich aber noch loswerden, der mich für meine eigenen Projekte schon länger beschäftigt und der im Workshop kaum thematisiert wurde. Das Thema wurde mir erst heute in der Reflexion so bewusst, dass ich es formulieren kann. Vielleicht kann man das in zukünftigen Veranstaltungen in der einen oder anderen Form einfließen lassen:

Mein Mindset als Entrepreneur: Was kann ich bewirken?

Wir müssen das komplexe Thema Klimawandel in verdauliche Portionen herunterbrechen, damit es für den einzelnen greifbar wird. Das ist ein sehr guter und wichtiger Punkt aus dem Workshop. Zusätzlich dazu bin ich der Meinung, dass wir als Unternehmer ebenso ein Mindset entwickeln müssen, mit dem wir analog zum Marktpotenzial den potenziellen Gewinn für das jeweilige Umweltziel (z.B. CO2-Reduktion) berücksichtigen.

Dieses Mindset beinhaltet verschiedene Dimensionen: Vor dem Hintergrund, dass uns nur wenige Jahre bleiben, um die Chance auf Einhaltung der Klimaziele zu wahren, sollten wir den Fokus auf Konzepte richten, die einen möglichst großen Beitrag zur Reduktion leisten und dies schnell, günstig und vergleichsweise einfach ermöglichen. Hier ist Pragmatismus gefragt, um die „low hanging fruits“ zu erkennen.

Die Abwesenheit dieses Mindsets ist meiner Meinung nach auch eine Form der Bequemlichkeit, weil wir als Unternehmer schon mit uns zufrieden sind, wenn wir überhaupt etwas für mehr Nachhaltigkeit unternehmen. Ich will kleinen Beiträgen nicht den Nutzen aberkennen, aber wir müssen als Unternehmer das Selbstverständnis entwickeln, dass wir die Speerspitze der Transformation sein müssen und deshalb auch höhere Maßstäbe an uns selbst anlegen als an andere.

Ein Gefühl für die Zahlen entwickeln

Persönlich tue ich mich auch nach Lektüre unzähliger Emissionsstatistiken immernoch schwer einen Bezug zu Emissionsdaten zu entwickeln.

  • Was habe ich erreicht, wenn ich x kg oder Tonnen CO2-Äquivalente verhindert habe?
  • Was ist ein realistisches Reduktionsziel für mein Konzept?
  • Wie nachhaltig ist diese Reduktion?
  • In welchem Zeitraum kann ich das Ziel erreichen?
  • Wie ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis bei der Umsetzung (Aufwand:Reduktion)?
  • Wie vermittle ich diese Zahlen meinen Mitarbeitern/Kunden/etc.?

Zu betriebswirtschaftlichen Zahlen haben wir meistens diesen Bezug, obwohl Geld ebenfalls ein theoretisches und schwer greifbares Konzept ist. Es sollte also auch möglich sein, dies auf Umweltkosten zu übertragen.

Eine weitere Herausforderung ist der übersteigerte Fokus auf Hypethemen, die teilweise gar kein großes Reduktions-Potenzial besitzen, während alte Ideen liegen bleiben, obwohl sie teils deutlich potenter sind.

All diese Themen sollten aus meiner Sicht auch über Workshops wie diesem vermittelt werden, mit dem Ziel bedeutende Konzepte mit hohem Potenzial hervorzubringen. Diese wiederum können langfristig neue Talente anziehen, weil diesen Chancen geboten werden, sich sinnvoll einzubringen, während dies Klein-Klein-Ideen nicht gelingen wird.

tldr; Als Green Entrepreneurs müssen wir ein Mindset mit Fokus auf umfangreiche und schnelle CO2-Reduktion legen, um einen wahrnehmbaren Lösungsbeitrag zu leisten. Die kleinen Ideen in Ehren – aber sie werden aufs große Ganze gesehen irrelevant sein. Ich finde wir denken alle zu klein und wie es ein Teilnehmer gestern sagte zu unradikal.

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